Wie benutzt du die Kommunikations-Brücke?
Aktualisiert: 12. Okt.
Mit der Kommunikations-Brücke kannst du entdeckerisch, interessiert und konstruktiv über Kommunikation nachdenken! So verstehst du, was gutes Kommunizieren ausmacht. Du weisst was Verständnis braucht, kannst dich verständlich machen und bei Hindernissen flexibel reagieren. So gehts!
Um die Kommunikations-Brücke erfolgreich zu benutzen, gibt es zwei verschiedene Ebenen:
Ebene 1
Rendez-Vous auf der Kommunikations-Brücke: Worüber sprechen wir?
Bei einem Rendez-Vous auf der Kommunikations-Brücke steht immer die Kommunikation im Zentrum - das Verstehen und Verstanden werden. Gesprochen wird über die Bausteine der Kommunikations-Brücke.
Diese Bausteine geben Sicherheit und Orientierung. Sie sind keine strikten Regeln, sondern Faktoren, die Verständnis erleichtern und Wege zeigen, sich anzunähern. Sie bilden den sicheren Boden unter den Füssen. Damit das Nachdenken über Kommunikation zu einem Rendez-Vous, einem freudigen Treffen, auf der Kommunikations-Brücke wird.

Die Kommunikations-Brücke kann alleine oder gemeinsam genutzt werden – in der Bildung, im Beruf, in Partnerschaften sowie mit Freunden und Familie.
Sie zeigt auf:
Was ist die Basis von Kommunikation.
Welche Bausteine machen Kommunikation verständlich und klar.
Was macht Kommunikation zugänglich und kann sie vereinfachen.
Ebene 2
Die drei inneren Haltungen: Wie sprechen wir darüber?
Kommunikation entwickelt sich Schritt für Schritt durch folgenden Ablauf:
Interesse - Wahrnehmung & Kreation - gemeinsames Ausprobieren. Diese drei inneren Haltungen sind wichtig, damit entdeckerisch, interessiert und konstruktiv über Kommunikation nachgedacht werden kann.

1. Interessantismus – Neugier statt Bewertung
Kommunikation und kommunikatives Verhalten sind kulturell verschieden. Deshalb werden auch die Faktoren der Kommunikations-Brücke unterschiedlich gelebt. Der erste Schritt ist deshalb nicht das Bewerten und Kritisieren, sondern das Wahrnehmen und neugierige Fragen.
Missverständnisse sind Türöffner. Sie dürfen neugierig machen. Auch wenn sie sich verletzend anfühlen, braucht es den nicht wertenden, interessierten Blick, der fragt:
Interessant, was ist hier passiert?
Welcher Punkt der Kommunikations-Brücke hätte geholfen?
Ich nenne dieses spielerische, nicht wertende Betrachten Interessantismus.
Ebenso wichtig ist der positive Blick auf das Selbstverständliche. Vieles funktioniert bereits gut, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Wer diese Stärken erkennt, kann sie bewusst nutzen und weiterentwickeln. Bei Schwierigkeiten werden dadurch Möglichkeiten sichtbar, Kommunikation situativ anzupassen.
2. Kreation: Wahrnehmung und Ideen
Wir wollen verstehen und verstanden werden! Das ist ein tiefes Grundbedürfnis. Wir wollen auch niemanden bewusst verletzen. Die Kommunikations-Brücke sucht keine Schuldigen und keine perfekten Lösungen. Zum Kommunizieren gehört eine gemeinsame und doppelte Verantwortung: Verstehen und sich verständlich machen.
Beide Seiten können zur Verständigung beitragen.
Um die Kommunikations-Brücke erfolgreich als Hilfsmittel zu nutzen, stehen Fragen im Zentrum, welche die gemeinsame Verantwortung für Kommunikation stärken:
Wie fühlt es sich an?
Was war/ist die Intention?
Was brauchen wir?
Welche Möglichkeiten haben wir?
Was können wir beide anbieten?
Was können wir anpassen oder ausprobieren?
Wahrnehmung geht dabei vor Forderungen. Nicht: «Du machst…» und «Du musst…» sondern: «Ich verstand das so…» und «Ich nehme wahr…» «Das löst bei mir aus…» Wahrnehmung muss nie gerechtfertigt werden.
Achtung, es ist ein Trugschluss zu denken, dass jedes Missverständnis geklärt werden muss. Manchmal bringt das inhaltliche Klären zwar Verständnis. Oft entstehen jedoch endlose Erklärungen, Rechtfertigungen und Analysen, die Kommunikation kompliziert machen und Energie kosten. Anerkenne unterschiedliche Wahrnehmungen, ohne dich in Schuldgeschichten zu verlieren. Geht gemeinsam zügig einen Schritt weiter zur Frage: Wie wollen wir es?
Basierend auf der Wahrnehmung entwickelt ihr Ideen, macht Angebote und sucht Möglichkeiten, um sich besser zu verstehen. Die Bausteine der Kommunikations-Brücke helfen euch dabei.
Bei Kommunikation gibt es meist nicht die perfekten Lösungen. Aber einigt euch auf wenige konkrete Ideen, die sich lohnen auszuprobieren.

3. Ausprobieren statt Lösung: dem Prozess Zeit geben - Timing
In der Schweiz kennen wir den Ausdruck: "Probiere, gaht über Studiere!" (Ausprobieren steht über dem Studieren!)
Timing bedeutet, dem Prozess Zeit zu geben und den richtigen Moment zu erkennen. Den Richtigen Moment, um die Fragen der Kommunikations-Brücke, wiederholt zu stellen.
Wie Inklusion ist auch Kommunikation IMMER ein Prozess.
Ich bin überzeugt, Kommunikation sollte natürlicherweise immer wieder Thema im Alltag sein. So würden zahlreiche Missverständnisse verhindert und unser Leben wäre problemloser.
Ich als Schwerhörige, die Leute auf Kommunikation ansprechen muss und dies sehr positiv tue, erlebe immer wieder, dass sich Menschen dafür keine Zeit nehmen wollen, sowie Ablehnung und verteidigende Gegenangriffe. Es ist ein altes Muster, dass mit dem Über-Kommunikation-sprechen zahlreiche negative Gefühle unbewusst verbunden sind: Vorwurf, Verletzung, nicht Genügen, etwas falsch gemacht haben, Unsicherheit... Darum sind wir es uns leider nicht gewohnt, uns positiv über Kommunikation auszutauschen und nehmen es schnell persönlich. Geh also nicht davon aus, dass Du bei diesem Thema generell auf freudige Co-Kreateur:innen stösst.
DU machst den Unterschied!
🙏DANKE, dass du durchs Benutzen der Kommunikations-Brücke mit den drei inneren Haltungen hilfst, die Welt zu verändern und verbessern! ❣️
Mach dies Schritt für Schritt. Lass dem Prozess Zeit.
Rendez-Vous auf der Kommunikations-Brücke initiieren.
gemeinsames Ausprobieren und Ermöglichen von neuen Erfahrungen.
Regelmässiges Aufeinander zugehen und austauschen.
Immer wieder, wenn auch kurz.
Kurze Check-in's (Kennt ihr beide die Kommunikations-Brücke und wisst, worum es geht, reicht in einer Situation auch nur ein Blick, oder ein Lächeln)
Damit schaffst du Vertrauen und Verständnis.
Ich wünsche dir Entdeckung und Kreation beim Nachdenken über Kommunikation mit der Kommunikations-Brücke.

