Wie benutzt du die Kommunikations-Brücke?
- 27. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 30. Juni
Bei der Benutzung der Kommunikations-Brücke gibt es zwei verschiedene Ebenen.
Ebene 1: Die 16 Punkte der Kommunikations-Brücke
Ebene 2: Die drei inneren Haltungen
Damit kann entdeckerisch, interessiert und konstruktiv über Kommunikation nachgedacht werden! So verstehst du Kommuniziertes immer besser und lernst wie du dich verständlich machst.

Ebene 1
Die 16 Punkte der Kommunikations-Brücke - Worüber sprechen wir?
Die 16 Punkte geben Sicherheit und Orientierung. Sie sind keine strikten Regeln, sondern Faktoren, die Verständnis erleichtern und Wege zeigen, sich anzunähern. Sie bilden den sicheren Boden unter den Füssen, damit das Nachdenken über Kommunikation zu einem Rendez-vous auf der Kommunikations-Brücke wird.
Die Kommunikations-Brücke kann alleine oder gemeinsam genutzt werden – in der Bildung, im Beruf, in Partnerschaften sowie mit Freunden und Familie.
Sie zeigt auf:
Was die Basis von Kommunikation ist.
Welche Bausteine Kommunikation verständlich und klar machen.
Was Kommunikation zugänglich macht und sie vereinfachen kann.
Um die Kommunikations-Brücke erfolgreich als Hilfsmittel zu nutzen, stehen Fragen im Zentrum, welche die gemeinsame Verantwortung für Kommunikation stärken:
Wie fühlt es sich an?
Was war/ist die Intention?
Was brauchen wir?
Welche Möglichkeiten haben wir?
Was können wir beide anbieten?
Was können wir anpassen oder ausprobieren?
Im Fokus steht immer die Kommunikation – das Verstehen und Verstanden werden. Gesprochen wird über die Bausteine der Kommunikations-Brücke.

Ebene 2
Die drei inneren Haltungen - Wie sprechen wir darüber?
Die drei inneren Haltungen sind wichtig, damit entdeckerisch, interessiert und konstruktiv über Kommunikation nachgedacht werden kann.
Kommunikation entwickelt sich Schritt für Schritt durch folgenden Ablauf:
Interesse - Wahrnehmung - gemeinsames Ausprobieren.
1. Interessantismus – Neugier statt Bewertung
Kommunikation und kommunikatives Verhalten sind kulturell verschieden. Deshalb werden auch die Punkte der Kommunikations-Brücke unterschiedlich gelebt. Der erste Schritt ist deshalb nicht das Bewerten und Kritisieren, sondern das Wahrnehmen und neugierige Fragen.
Missverständnisse sind Türöffner. Sie dürfen neugierig machen. Auch wenn sie sich verletzend anfühlen, braucht es den nicht wertenden, interessierten Blick, der fragt:
Interessant, was ist hier passiert?
Welcher Punkt der Kommunikations-Brücke hätte geholfen?
Ich nenne dieses spielerische, nicht wertende Betrachten Interessantismus.
Ebenso wichtig ist der positive Blick auf das Selbstverständliche. Vieles funktioniert bereits gut, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. Wer diese Stärken erkennt, kann sie bewusst nutzen und weiterentwickeln. Bei Schwierigkeiten werden dadurch Möglichkeiten sichtbar, Kommunikation situativ anzupassen.
2. Kreation: Wahrnehmung und Ideen
Wir wollen verstehen und verstanden werden! Das ist ein tiefes Grundbedürfnis. Wir wollen auch niemanden bewusst verletzen. Zum Kommunizieren gehört eine gemeinsame und doppelte Verantwortung: Verstehen und sich verständlich machen.
Die Kommunikations-Brücke sucht keine Schuldigen und keine perfekten Lösungen. Beide Seiten können zur Verständigung beitragen. Die Frage ist, welche der 16 Punkte helfen, sich anzunähern. Deshalb stehen Fragen im Mittelpunkt wie:
Wie fühlt es sich an?
Was war/ist die Intention?
Was brauchen wir?
Welche Möglichkeiten haben wir?
Was können wir beide bieten?
Was können wir anpassen oder ausprobieren?
Wahrnehmung geht dabei vor Forderungen. Nicht: «Du machst…» und «Du musst…» sondern: «Ich verstand das so…» und «Ich nehme wahr…» «Das löst bei mir aus…» Wahrnehmung muss nie gerechtfertigt werden. Anerkenne unterschiedliche Wahrnehmungen, ohne dich in Schuldgeschichten zu verlieren. Es gibt keine fixen Lösungen, aber Ideen, die du in Zukunft ausprobieren möchtest, damit dein Gegenüber versteht, was und mit welcher Intention du etwas sagst!
3. Ausprobieren statt Lösung: dem Prozess Zeit geben - Timing
Es ist ein Trugschluss zu denken, dass jedes Missverständnis geklärt werden muss und immer grad sofort eine Lösung vorhanden sein soll. Manchmal bringt das inhaltliche Klären zwar Verständnis. Oft entstehen jedoch endlose Erklärungen, Rechtfertigungen und Analysen, die Kommunikation kompliziert machen und Energie kosten.
Werde dir bewusst, worüber du sprichst mit Hilfe der 16 Punkte der Kommunikations-Brücke. Sie geben Orientierung und einen sicheren Boden unter den Füssen.
Bleibe in Kreation. Sei offen für neue Ideen, um durch Ausprobieren neue Erfahrungen zu ermöglichen. Dies ist ein Prozess, dessen Lösungen Zeit benötigen. In der Schweiz kennen wir den Ausdruck: "Probiere, gaht über Studiere!" (Ausprobieren steht über dem Studieren!)
Timing bedeutet, dem Prozess Zeit zu geben und den richtigen Moment zu erkennen. Den Richtigen Moment, um die Fragen der Kommunikations-Brücke, wiederholt zu stellen.

Wie Inklusion ist auch Kommunikation IMMER ein Prozess.
Kleine Schritte: gemeinsames Ausprobieren, ermöglichen von neuen Erfahrungen und regelmässiges Aufeinander zugehen schaffen Vertrauen und Verständnis.
Ich wünsche dir Entdeckung und Kreation beim Nachdenken über Kommunikation mit der Kommunikations-Brücke.

